Unser Programm und Stücke Für Kinder


Die Vogelhochzeit (sorb.: Ptaškowa swajźba/Ptači kwas) ist ein Brauch, der vorwiegend in der Lausitz Ende Januar gefeiert wird. Suse, das verrückte Huhn möchte sich als geladener Gast schick anziehen und die Kinder helfen ihr, ein geeignetes Kleid zu finden. Nun verschwindet auch noch der Schmuck und sie ist außer sich und beschuldigt jeden der Täterschaft. War es die diebische Elster? Aber das Malheur klärt sich schnell auf und sie erscheint reich geschmückt auf dem Fest und findet nach langer Zeit des Alleinseins doch noch einen Partner zum Tanzen, der ihr so sehr gefällt, dass sie mit ihm das weitere Leben verbringen möchte.



Das Faschingsfest (sorb.: Fašing/Póstnicy), Zampern (Camprowanje) ist ein gemeinhin bekannter Brauch, der vor allem einer Verkleidung bedarf. Das Zampern hingegen findet in den Lausitzer Dörfern statt, wo man von Hof zu Hof mit einer Verkleidung/Vermummung und einer Kapelle zieht und versucht, Dinge zu "erheischen". Es wird gesungen und getanzt. Im Wald sind die Tiere außer Rand und Band. Alle wollen sich verkleiden, so dass man nicht mehr erraten kann, welches Tier sich hinter dem Kostüm verbirgt. Aber die Kinder sind schlau, sie kommen darauf, obwohl es ihnen schwer gemacht wird. So tanzt am Ende die Gans Agathe mit dem Truthahn Cha, Cha, Cha.



Das Frühlingsfest (sorb.: nalětne swěźenje/nalěćne swjedźenje) Alle Vögel sind schon da - die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Der letzte Schnee ist gerade geschmolzen und die Natur erblüht zu neuem Leben, das Summen der Insekten ertönt immerfort und die Tiere liefern sich Gesangwettstreite. Ob nun der Kuckuck am besten singt, bleibt dahin gestellt. Der Esel aber bringt es auf den Punkt: "Am Besten ist es, wenn alle gemeinsam musizieren und aufeinander hören!" Auch der Frosch meldet sich zu Wort und die Störche gesellen sich dazu. Die Kinder wissen schnell, dass der Storch gerne Frösche verspeist. Wird er die Suche des Storches überleben?



Das Osterfest (sorb.: Jatšy/Jutry) Wo hat der Osterhase nur die Eier versteckt und wo ist er geblieben? Nicht nur die Vögel zwitschern es von den Ästen, auch die Kinder helfen, sie ausfindig zu machen. Die bunten verzierten Eier sind eine Augenweide, in der Lausitz ist es ein Brauch, sie in verschiedenen Techniken zu verzieren. Aber eines ist ganz besonders schön und das Huhn Suse möchte es unbedingt haben. Ob sie es bekommt und was damit passieren wird? Die Kinder werden es erfahren.



Das Sommerfest (sorb.: lěśojske swěźenje/lěćne swjedźenje), Zwischen Juni und August, wenn die Kinder meistens draußen sind, gibt es Musiktheaterstücke wie: "Jetzt fahr'n wir übern See", das "Affentheater" und "Pocahontas". Mit Klanggeschichten, Seemannsliedern, Affensongs und Indianergeheul gehen wir mit den Kindern auf Reisen in fremde Länder zu fernen Kontinenten. Dass die Affen es einfach nicht schaffen, ihren Affenstall aufzuräumen, selbst wenn hoher Besuch kommt, erinnert an so manches unaufgeräumte Kinderzimmer.



Der Kindertag (sorb.: źeń źiśi/dźen dźěći)  Der 1. Juni ist ein ganz besonderer Tag und in jedem Kindergarten wird er ausgelassen gefeiert. Auch bieten viele Städte und Gemeinden mancherlei Freizeitangebote. Bei den Zwergpiraten wird es ganz besonders lustig, denn der Spaß, den die Tiere im Großstadtzoo verbreiten, ist ansteckend und an diesem Tag geht es auch feuchtfröhlich bei den Kindern zu. Selbst die Fische, die sonst wenig zu sagen haben und der gemeine Flugkrebs kommen zu Wort. Das alles kann nur in einem gemeinsamen Tanz enden.



Das Herbstfest (sorb.: nazymske swěźenje/nazymske swjedźenje) Kirmes (Kermuša/Kermuša) Das Eichhörnchen versucht noch schnell eine Nuss zu ergattern und flitzt von Baum zu Baum. Alle beeilen sich, noch vor Einbruch des Winters einen Vorrat anzulegen. Aber dieser wird geplündert und nur die Kinder wissen, wer der Dieb war. Aber an das Kerlchen ist schlecht ran zu kommen, denn es hat lange spitze Stacheln. Auch verzieht es sich im Winter in eine Höhle, gepolstert mit Blätterlaub. Die Bäume sind bunt und wenn das Laub fällt, kann man viel verstecken. So finden sich so manche verloren geglaubten Schätze wieder an, wenn man nur richtig sucht. Die Kinder sind Beobachter, deren Augen man nicht betrügen kann.



Das Weihnachtsfest (sorb.: Gody/Hody) Die Tage sind kurz und es herrscht Dunkelheit im Land. Damit es der Weihnachtsmann zu den Kindern mit dem Schlitten schafft, wird unbedingt Schnee gebraucht, aber der will einfach nicht kommen. Die Kinder helfen, den Frost herbei zu locken. Das aber reicht auch noch nicht, sie müssen gemeinsam mit dem Wind ein paar Wolken herbei treiben. Das gelingt und groß ist die Freude, dass es schneit. Nun aber ist der Weihnachtsmann erkrankt und die Kinder sollen herausfinden, was ihm fehlt. Das ist gar nicht so einfach, aber am Ende muss es einfach gelingen, denn sonst gibt es ein Weihnachten ohne Geschenke. 



Das Winterfest (sorb.: zymske swěźenje/zymske swjedźenje)  Im Winter ist es kalt, so möchte man meinen. Väterchen Frost aber lässt auf sich warten und so kann man auch keinen Schneemann bauen. Das aber ändern die Kinder, die so lange rufen, bis er geschüttelt vom Fieber auftaucht und den Kindern erklärt, dass er dieses Jahr nicht mehr kommen kann. Väterchen Frost wird verdonnert, zum Arzt zu gehen und sich Medizin verschreiben zu lassen. Aber so richtig gesund wird er nicht. Der Zauberer ist schuld und wie man den Frost erlösen kann, ist eine schwierige Frage. Die Kinder aber sind schlau und finden es heraus.



Das Mittelalterfest (sorb.: srjejźowěk/srjedźowěk) In alten Zeiten regierten noch Hexen und Hexenmeister dass Land. Sie besaßen Gerüchteküchen, dort wurde Allerlei gebraut. Sie hatten die Angewohnheit, sich überall einzumischen, auch wenn man sie weder gefragt noch gerufen hatte. Die damaligen Rittern hatten es zudem schwer, eine edle Dame zu finden, die das Leben auf der Burg mit ihnen teilen wollte, denn meistens waren sie unterwegs, um die Ländereien zu beschützen und neue zu erobern. Pferde spielten eine zentrale Rolle im Theater des mittelalterlichen Lebens. Der Rabe war ein aufmerksamer Beobachter und überall zu finden, wo etwas passiert. Gelegentlich brechen Figuren aus der Neuzeit in das Mittelalter ein und stiften Unruhe. Sind die Hexen daran schuld? Die Kinder werden auf falsche Fährten gelockt aber am Ende finden sie die Schätze, nach denen all die anderen vergeblich suchen.


Unsere Stücke Für Erwachsene


Eine Reise von der Lausitz nach Amerika, wie sich einst der Pfarrer Matthias Kossick 1883 zur Auswanderung entschloss (Mato Kosyk geb. 18. Juni 1853 in Werben, Niederlausitz und gest. 22. November 1940 in Albion, Oklahoma, Vereinigte Staaten) wird gemeinsam unternommen. So wie er mit den indianischen Ureinwohnern in Kontakt kam, begegnen wir ihnen in seinen Gedichten, die zum Teil vertont sind. Er schrieb sie in deutsch und niedersorbisch/wendisch und Prof. Gerald Stone übertrug einen Teil davon in das Englische. Mato Kosyk konnte sich in seiner Heimat beruflich nicht verwirklichen, reiste aber quer durch Nordamerika von der Ost- zur Westküste und hinterließ ein warmherziges poetisches Werk, das ihn zu Vergleichen mit der Urbevölkerung der Vereinigten Staaten und den Sorben/Wenden in seiner Heimat bewegte. Ein interessanter Blick aus der Vergangenheit der uns Vergleiche ziehen lässt zu den heutigen Problemen des Aufeinandertreffen fremder Sprachen und Kulturen. Marion Quitz führt musikalisch durch das Programm und liest die mehrsprachigen Gedichte.



Die Programme zu Joachim Ringelnatz, Wilhelm Busch und Frank Wedekind.

Joachim Ringelnatz (* 7. August 1883 in Wurzen; † 17. November 1934 in Berlin), Wilhelm Busch (* 15. April 1832 in Wiedensahl; † 9. Januar 1908 in Mechtshausen), Frank Wedekind (* 24. Juli 1864 in Hannover; † 9. März 1918 in München) Bernhard Steffens führt mit Spielfreude durch die gesamte Veranstaltung mit musikalischer Begleitung. Eines sei versprochen: "Es kann heiter werden" und "Es brechen andere Zeiten an" und zwar die, in denen die Autoren der witzigen Reime gelebt haben. Aber so entfernt ist uns der Hintersinn der zum Teil irrwitzigen Gedankensprünge nicht. Auch wenn sich heute manches wesentlich bequemer gestalten lässt, das "Auf und Ab" des Lebens bleibt erhalten und wer konnte es besser ausdrücken als diese begabten Zeitgenossen; interpretiert und arrangiert von dem Leipziger Tausendsassa Bernhard Steffens.

 

 



Das alte Europa. Was darunter zu verstehen ist, ist schnell gesagt. Es gab Zeiten, da war die Musik noch klar zu unterscheiden, woher sie kam und in jeder Region gab es eine Vielzahl von Sprachen und Dialekten. Es existierten zum Teil fließende Sprachgrenzen und die Instrumente gaben der jeweiligen Musik den unverwechselbaren Klang. Mit Harfe, Geige, Laute, Dudelsack, Akkordeon wird dem nachgespürt mit Liedern der Liebe, des Verzeihens, des Scheiterns und der Hoffnung in verschiedenen Sprachen - entweder solistisch, als Duo oder auch Trio vorgetragen. Dazwischen ranken sich kurze Geschichten, die das Flair vergangener Zeiten herbeizaubern und in die Gegenwart holen. Zu den Sprachen zählen deutsch, englisch, russisch, jiddisch, sorbisch und schwedisch. Es kann auch mittelalterlich werden, wenn in der Truhe der Vergangenheit gekramt wird.



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